Wie lange ist Wein haltbar?

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Haltbarkeit von Wein

Grundsätzlich gilt Wein als eines der haltbarsten Lebensmittel. Bereits ein geringer Anteil von wenigen Milligramm Sulfit genügt, um edle Tropfen über Jahrzehnte hinweg haltbar machen zu können – Voraussetzung, die Flaschen sind luftdicht verschlossen.

Problematisch wird es, sobald Wein einmal geöffnet worden ist, denn dann gelangt Sauerstoff in die Flasche und der Inhalt beginnt, zu oxidieren. Als Erstes zeigt sich dies am Geruch, später an der Farbe und schließlich auch am Aroma: Die Frucht des Weines verändert sich, das einzigartige Aroma lässt nach und der Wein schmeckt schließlich banal und schal.

Deshalb ist es wichtig, als Weinkenner zu wissen: Wie lange ist Wein haltbar? Wir zeigen Ihnen, worauf es bei der Lagerung ankommt und was sonst noch von Bedeutung ist.

Wie lange ist Wein haltbar?

Es gibt verschiedene Faktoren, die Einfluss auf die Haltbarkeit eines Weins haben.

In erster Linie sind dies der Zucker- und der Säuregehalt, doch auch der enthaltene Alkohol, die Schwefelmenge und – tatsächlich – die Qualität des Weinkorkens spielen eine nicht unwichtige Rolle.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Säure in einem Wein enthalten ist, desto länger ist auch seine Haltbarkeit. In Deutschland sind vor allem Rieslinge sehr reicht an Fruchtsäure und daher lange haltbar. Säurereich sind Weine erst dann, wenn der Promillegehalt bei mindestens 7 % liegt.

Doch warum verlängert die Säure eigentlich die Haltbarkeit des Weins?

Das Prinzip ist ganz ähnlich wie jenes bei Essig: Die Säure sorgt dafür, dass sich schädliche Keime nicht vermehren und den Wein verderben lassen können. So ist ein Wein mit einem geringen Anteil an Fruchtsäure zwar schneller reif, dafür aber nicht sonderlich lange lagerfähig.

Ebenfalls spielt der Zuckergehalt eine wichtige Rolle: Weist Wein einen hohen Anteil an Zucker auf, profitiert die Haltbarkeit ebenfalls davon. Besonders gut beobachten kann man dies bei Trockenbeerauslesen, die in der Regel sehr lange lagerfähig sind und verhindern, dass der Wein zu schnell vergärt.

Zudem fügen viele Winzer ihren Tropfen Schwefelsäure hinzu, damit Mikroorganismen keine Chance haben, sich darin zu entwickeln. Essigsäurebakterien werden auf diese Weise ebenfalls wirkungsvoll abgetötet – so kann der gefürchtete „Essigstich“ nicht entstehen. Zudem ist Schwefel ein wirksames Mittel, um der Oxidation des Weines entgegenzuwirken.

Tatsächlich ist auch Alkohol eines der besten Mittel zur Konservierung von Wein, denn er tötet Keime wirksam ab. Soll ein Wein länger gelagert werden, entscheidet man sich beim Kauf daher am besten für eine Sorte, die mindestens 12 % Alkohol enthält.

So wichtig ist ein hochwertiger Korken für die Haltbarkeit von Wein

korken-weinflascheSelbst leidenschaftliche Weintrinker wissen oft nicht, wie wichtig die Qualität eines Korkens ist.

Er hat durchaus Einfluss auf die Haltbarkeit von Wein und kann, wenn er von schlechter Qualität ist, von Keimen belastet werden, die anschließend mit Chlorverbindungen reagieren. Diese gelangen wiederum durch Waschen in den Kork.

Das Resultat: Der Wein korkt und schmeckt nicht mehr.

Günstige Weine aus dem Discounter sind meist mit einem qualitativ schlechteren Korken versehen. Allein schon ein Schraubverschluss wäre hier deutlich besser geeignet, um Weine länger haltbar zu machen.

Doch woran erkennt man einen hochwertigen Korken? Er zeichnet sich durch eine glatte, wenig poröse Oberfläche aus. Das lässt sich oft schon von außen sehr gut erkennen, ohne dass man die Flasche erst öffnen muss.

Hat man die Wahl zwischen zwei Weinen gleicher Sorte und erkennt Unterschiede am Korken, lohnt es sich, darauf zu achten, wenn man die Flasche länger lagern möchte.

Der Tanningehalt ist ein weiterer Faktor, der für die Haltbarkeit des Weins verantwortlich ist.

Prinzipiell gilt: Ein Wein mit einer festeren Struktur und einem höheren Säure- bzw. Alkohol- und Zuckergehalt ist länger haltbar als ein leichter, säurearmer Wein.

Bei Rotweinen ist Gerbsäure, die auch als Tannin bezeichnet wird, ein natürlicher Inhaltsstoff, der den Wein vor Sauerstoff schützt und somit die Haltbarkeit verlängert. Zudem trägt Tannin natürlich auch zum guten Aroma bei.

Schlechter Wein? Wann sollte Wein nicht mehr verzehrt werden?

offene-weinflaschenWie lange sich eine bereits geöffnete Weinflasche einlagern lässt, hängt von der individuellen Flasche ab.

Zudem hat jeder Weintrinker natürlich ein anderes Empfinden – der eine ist empfindlicher, was das Aroma betrifft, der andere toleranter. Obgleich Wein vielleicht schon etwas von seiner Frucht verloren hat, kann er dennoch noch gut schmecken – auch dann, wenn die Qualität nicht mehr die beste ist.

Erst dann, wenn der Wein deutliche Zeichen einer Oxidation zeigt und die Oberfläche nicht mehr zart glänzt, sondern eher matt wirkt, sollte man einem Verzehr kritisch gegenüberstehen. Dann wird man allerdings auch schon beim ersten Probieren feststellen, dass das Aroma nicht mehr das ist, was es einmal war und die Flasche lieber entsorgen.

Auch Rotweine sollten kühl gelagert werden

Um die Oxidation eines guten Weins so lange wie möglich zu verzögern, ist es immer zu empfehlen, eine bereits geöffnete Weinflasche stets im Kühlschrank zu lagern – auch dann, wenn es sich um einen Rotwein handelt.

Denn: Niedrige Temperaturen verlangsamen die Oxidation drastisch und sorgen dafür, dass man den Wein auch noch nach mehreren Tagen oder sogar nach einer Woche problemlos genießen kann. Danach kann man einen Schluck probieren und testen, ob das Aroma sich verändert hat.

Natürlich schmeckt Rotwein am besten bei Zimmertemperatur. Nehmen Sie ihn deshalb etwas früher aus dem Kühlschrank, damit er sich wieder etwas aufwärmt und das Aroma nicht verfälscht wird.

Übrigens: Auch, wenn das Aroma nicht mehr hervorragend ist, muss offener Rotwein keinesfalls entsorgt werden. So lange er nicht verdorben oder sauer geworden ist, lässt er sich noch wunderbar zum Kochen verwenden.

Es gibt viele leckere Rezepte, für die man Rotwein benötigt. Wer es gern Low Carb hat, dem empfehle ich unbedingt mal kalorienfreie Konjack Nudeln auszuprobieren. Das ist eine Nudelalternative ohne Kohlenhydrate aber mit dem richtigen Rezept un dem richtigen Wein verfeinert… super lecker!

Wie lange ist Wein haltbar? Tipps zur korrekten Lagerung von Wein

weinkuehlschrank-weinflaschenAm besten ist es, Wein stets an einem kühlen, trockenen Ort zu lagern, wie zum Beispiel in einem Keller.

Ideale Umgebungstemperaturen liegen zwischen 10 und 13 Grad Celsius – mehr sollte es in keinem Fall sein. Hat man keinen Keller, lohnt sich unter Umständen der Kauf eines Weinklimaschranks. Wir haben die besten Weinkühlschränke getestet.

Ein Geheimtipp ist außerdem die Lagerung unter dem Bett im Schlafzimmer, sofern man diesen Raum nicht heizt – dort sind die Temperaturen dann nämlich meist optimal und die Flasche ist lichtgeschützt.

Vermeiden Sie es, Wein bei einer Temperatur von mehr als 20 Grad Celsius zu lagern und ihn direktem Sonnenlicht auszusetzen.

Ist ein Wein mit einem Korken verschlossen, sollte er möglichst liegend und nicht stehend gelagert werden. So bleibt der Korken feucht, was auch dem Aroma zugute kommt.

Handelt es sich um eine Weinflasche mit einem Schraubverschluss oder einem Korken aus Kunststoff, dann lässt sich dieser aber auch problemlos stehend lagern. Sobald ein solcher Wein jedoch einmal geöffnet wurde, ist es besser, den Verschluss durch einen Korken auszutauschen und die Flasche danach liegend zu lagern – oder Sie trinken ihn einfach direkt aus.

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