Die Geschichte des Rums

Von Tobias von Weinkuehlschrank-Tests.com • Zuletzt aktualisiert am 19. Oktober 2022

rum-geschichteAllein die Erwähnung von Rum weckt Bilder von tropischen Stränden, erfrischenden Cocktails und Piratenschiffen.

Aber was genau ist Rum? Und wie wird er hergestellt?

Ganz einfach: Rum ist eine Spirituose, die aus Zuckerrohr und dessen Nebenprodukten destilliert wird.

Rum wurde zuerst auf den tropischen Karibikinseln hergestellt, wo er bis heute eines der wichtigsten kulturellen und wirtschaftlichen Exportgüter der Region ist.

Rationen für die Matrosen

Im 17. Jahrhundert, als die Beliebtheit von Süßspeisen zunehmend wuchs, begann man auf den östlichen karibischen Inseln mit dem Anbau von Zuckerrohr. Zucker war zu jener Zeit ein kostbares Gut, das es zu schützen galt.

Um die Plantagen vor Übergriffen, beispielsweise durch Piraten, zu bewahren, entschloss sich die englische Marine, bewaffnete Schiffe vor den Inselküsten patrouillieren zu lassen. Da deren Anwesenheit allein schon dafür sorgte, dass die Matrosen wenig zu tun hatten, versuchte man, die Zeit, die die Männer an Bord verbrachten, mit Bier und Wein zu verschönern.

Diese Getränke vertrugen sich allerdings sehr schlecht mit den Klimabedingungen der Karibik, was zur Folge hatte, dass sie schnell ungenießbar wurden.

Um dem Bedürfnis nach Alkohol anders nachzukommen, begann man aus diesem Grunde bald, auf den Inseln Bestandteile des Zuckerrohrs zu destillieren. Dies war die Geburtsstunde des Rums.

So stand künftig jedem Matrosen eine tägliche Ration Rum zu. Sie tranken ihn pur, als Grog oder verwendeten ihn, um das Trinkwasser an Bord, das nach langen Monaten auf See in den Fässern ranzig schmeckte, wieder genießbar zu machen.

Die Spirituose war schnell fester Bestandteil des Seemanns Lebens, was ihre rasante Verbreitung begünstigte.

Wie wird Rum hergestellt?

zuckerrohr-rum

Um den Saft des Zuckerrohrs zu gewinnen, wird der Stängel der Pflanze zerkleinert und gepresst.

Anschließend kann der Saft direkt vergoren, oder aber zu einer Melasse weiterverarbeitet werden. Diese entsteht, wenn der Zuckerrohrsaft bei niedrigen Temperaturen gekocht wird. Auf diese Weise verdunstet das Wasser, ohne dass der Zucker karamellisiert.

Der Gärprozess wird aktiviert durch Hefe, die sich vom enthaltenen Zucker ernährt, und kann bis zu zwei Wochen andauern. Dabei entsteht Alkohol und Kohlendioxid. Ist die Gärung vollendet und die Hefe abgestorben, kann mit der Destillation begonnen werden. Hierdurch kann ein höherer Alkoholgehalt von 70 % bis 95 % erreicht werden.

Allein durch die Gärung ist dies nicht möglich, da die Hefestämme bereits bei höchstens 18 % Alkoholanteil absterben. Nach der Destillation wird der Rum meistens mit Wasser verdünnt und dann zur Lagerung in Fässer gefüllt. Diese haben entscheidende Auswirkungen auf den späteren Geschmack des Rums.

Heutzutage werden meistens ehemalige Whiskyfässer oder frisch ausgebrannte Eichenfässer verwendet. Der Alkohol löst Tannine und Farbstoffe aus der Holzwand, welche ihm zu seinem charakteristischen Geschmack verhelfen.

Zusätzlich können Geschmackslieferanten, wie Kokosnuss oder Gewürze zugeführt werden. Nach der Lagerzeit wird der Rum, der nun einen Alkoholgehalt von meist 40 % bis 50 % hat, in Flaschen abgefüllt und kann nun verkauft werden.

Rum kaufen

Das Angebot an Rum ist heute sehr umfangreich.

Neben persönlichen Vorlieben gibt es einige allgemeine Qualitätsmerkmale, auf die man achten kann. Die Farbe des Rums sagt nichts über die Qualität aus, weißer Rum entsteht zum Beispiel durch Lagerung in Edelstahltanks statt Holzfässern, oder indem die Farbe später durch Filterung wieder entzogen wird.

Um optische Einheitlichkeit zu gewährleisten, ist es den Herstellern erlaubt, ihren Rum mit Zuckercouleur zu färben. Möchte man Rum kaufen, so lohnt also eher ein Blick auf das Etikett der Flasche. Ein Anhaltspunkt ist hier die Altersangabe. Diese unterscheidet sich je nach Sprachraum, in dem die Spirituose hergestellt wurde.

Im spanischen Raum benutzt man beispielsweise „Gran anejo“, was sehr alt bedeutet. Französische Hersteller schreiben wiederum VO (mind. 3 Jahre), VSOP (mind. 4 Jahre) und XO (mind. 6 Jahre) auf ihre Etiketten. Das Kürzel XO wird aber auch von anderen Anbietern genutzt, mit der Bedeutung „extra old“.

Zu beachten ist, dass die Altersangabe stets dem jüngsten Rum des Blends entspricht. Unter „spiced Rum“ versteht man mit Gewürzen oder anderen Geschmackslieferanten angereicherten Rum.

Ein weiterer Anhaltspunkt, wenn man guten Rum kaufen möchte, ist, ob es sich um eine Einzelfassabfüllung handelt oder ob die Flasche mit einer Nummer versehen ist, was ebenfalls für Qualität spricht.

Am Ende gilt jedoch, erlaubt ist, was schmeckt, und in der vielfältigen Welt des Rums ist für jeden Geschmack etwas dabei.

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Testnote1,11,21,4
Flaschen4516165
Temperatur5°C-10°C/10-18°C5°C bis 18°C5°C bis 20°C
Temperaturzonen212
Geräuschlevel45 dB42 dB47 dB
InstallastionstypFreistehendFreistehendFreistehend
Energieklasse GGG
Preis
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